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TRENDS |
| Landminenverbot
macht weltweit Fortschritte
Fast drei Viertel aller Staaten der Welt sind mittlerweile dem Vertrag über das Verbot von Minen aus dem Jahr 1997 beigetreten, der den Besitz oder die Anwendung von Anti-Personenminen ächtet. Aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen ICBL geht hervor, daß seit Inkrafttreten der Vereinbarungen im März 1999 mehr als 22 Millionen Anti-Personenminen aus den Arsenalen von mindestens fünfzig Staaten vernichtet wurden und daß die Zahl der Opfer von Landminen in stark verminten Ländern wie Kambodscha, Afghanistan, Bosnien-Herzegowina und Mosambik drastisch zurückgegangen ist. Zu den Ländern, die den Vertrag noch nicht unterzeichnet haben, gehören die USA, Rußland und China. Nach Schätzungen des ICBL-Reports lagern in 105 Ländern noch immer 250 Millionen Landminen. China führt die Liste mit etwa hundert Millionen Minen an, gefolgt von Rußland mit sechzig bis neunzig Millionen und den USA mit elf Millionen. Einige Unterzeichnerstaaten wie Angola, Burundi und Sudan setzen weiterhin Landminen ein. (Quelle: Human Rights Watch) Zwei Koreas - gemeinsame Ziele, gemeinsame Fahne Nach der historischen Begegnung der Präsidenten Kim Dae Yung und Kim Yong II im Juni 2000 haben sich erstmals seit dem Bürgerkrieg vor fünfzig Jahren die Verteidigungsminister der beiden Länder getroffen. Der nordkoreanische Verteidigungsminister Kim II-Chol überschritt in Panmunjom an der Waffenstillstandslinie die Grenze, um sich zum Verhandlungsort auf der südkoreanischen Insel Tschedschu zu begeben und dort mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Cho Sung-Tae zwei Tage lang Fragen der Sicherheit zu erörtern und Grundlagen zum Abbau der Spannungen zwischen beiden Ländern zu erarbeiten. Das Treffen wurde als positiv und freundlich gewertet und schloß mit einer Erklärung der beiden Minister, worin sie den Abbau militärischer Spannungen zwischen den beiden Staaten für wichtig erklären und einen gemeinsamen Militärausschuß zum Wiederaufbau von Straßen- und Bahnverbindungen über die Grenze vereinbarten. Ebenfalls im Gespräch sind ein heißer Draht zwischen den beiden Armeen und die gegenseitige Beobachtung von Militärübungen. Weitere Gespräche sind für November 2000 vorgesehen, und man hofft auf regelmäßige Treffen, um die verbesserten Beziehungen weiter voranzubringen. Eine Wiederannäherung der beiden Staaten, zwischen denen es noch keinen offiziellen Friedensvertrag gibt, wurde auch auf der Eröffnungsparade der Olympischen Spiele 2000 in Sydney offenbar. Obwohl die Sportler jeweils für ihren Staat in den Wettkampf traten, zogen sie beifallumrauscht als eine Mannschaft in das Stadium ein. Identisch gekleidet mischten sich die Athleten beider Staaten unter einer Einheitsfahne, die - für diesen Anlaß entworfen - beide Länder repräsentierte und von zwei Sportlern der beiden Staaten gemeinsam getragen wurde. (Quellen: BBCtv, GB; New York Times, USA; El País, Spanien) Milleniumsgipfel legt Kurs für die Zukunft fest Die größte Versammlung von Staatsoberhäuptern in der Geschichte fand im September 2000 statt, als sich über 150 nationale Führungspersönlichkeiten aus aller Welt zum Milleniumsgipfel der Vereinten Nationen in New York einfanden. Diese beispiellose Versammlung von Königen, Generälen, Präsidenten und Premierministern wurde einberufen, um die kollektive Aufmerksamkeit der Welt auf die globale Gemeinschaft zu lenken, die die Staatsoberhäupter zu erreichen hoffen. UN-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnete die Zusammenkunft als "einen für die Staats- und Regierungschefs der Welt und für die Vereinten Nationen entscheidenden Moment". In den drei Tagen lenkten die Redner die Aufmerksamkeit auf die Notlage der Armen der Welt und forderten die Industrieländer in leidenschaftlichem Ton auf, sich stärker um die Entwicklungsländer zu kümmern. aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa |
Der irische Premierminister Bertie Ahern legte eine Statistik der Armut vor und nannte sie schockierend und beschämend: Die Hälfte der Weltbevölkerung schlage sich mit weniger als zwei Dollar am Tag durch und einer von fünf Menschen mit weniger als einem Dollar; viele stürben an Krankheiten, die vermeidbar und behandelbar seien. Desweiteren wurde vor den Folgen der Globalisierung und Umweltverschmutzung gewarnt. Bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrats während des Gipfels votierte man einstimmig für eine Verstärkung und den Ausbau der Friedenseinsätze der Vereinten Nationen. Die fünf ständigen und zehn rotierenden Ratsmitglieder verabschiedeten eine Resolution zum Ausbau der UN-Kompetenzen in der Planung, Vorbereitung und Durchführung von Friedenseinsätzen und stimmten für eine modernere und solidere Finanzierungsgrundlage dieser Aktivitäten. Während des Gipfels trafen sich auch viele der Verantwortlichen auf über 700 Mini-Gipfeln zu Einzelgesprächen. Man bemühte sich, die Privatwirtschaft, Regierungen und internationale Organisationen beim Umgang mit den globalen Problemen zur Kooperation zu ermutigen. Die außergewöhnliche Versammlung wurde mit einer Reihe von Verpflichtungen zu globalen Zielen beschlossen: Bis 2015 soll die Zahl der weltweit Hungernden und jener, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, halbiert, eine allgemeine Grundschulbildung für alle Kinder eingeführt, die Müttersterblichkeit um 75 Prozent und die Sterberate der Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel reduziert sowie die Zahl jener ohne Zugang zu sauberem Wasser halbiert werden. Annan sagte, es werde ein aggressives Folgeprogramm geben, um die Durchführung der Gipfelziele zu überwachen. "Letzten Endes sind Sie die Vereinten Nationen", erklärte Annan am Ende des Gipfels den Delegierten. "Es liegt in Ihrer Macht und Verantwortung, die Ziele zu erreichen, die Sie gesetzt haben. Sie allein bestimmen darüber, ob sich die Vereinten Nationen der Herausforderung stellen." (Quellen: New York Times, CNN, USA) Auszüge aus Fidel Castros Rede auf dem UN-Milleniumsgipfel "Unsere Spezies hat heute genügend Wissen, ethische Werte und wissenschaftliche Ressourcen, um in ein neues historisches Stadium wirklicher Gerechtigkeit und eines echten Humanismus zu treten. Die derzeitige wirtschaftliche und politische Ordnung kann der Menschheit nicht dienen. Sie kann nicht aufrechterhalten werden. Sie muß verändert werden. Es genügt, sich zu vergegenwärtigen, daß die Erde heute sechs Milliarden Bewohner hat, von denen achtzig Prozent in Armut leben. Jahrhundertealte Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose und andere genauso tödliche Krankheiten in der Dritten Welt wurden bisher nicht ausgerottet; neue Epidemien wie AIDS drohen, ganze Völker auszulöschen, während die reichen Nationen sagenhafte Summen ins Militär und in Luxusgüter investieren und jeden Tag eine gefräßige Horde von Spekulanten mit Milliarden von Dollar in Währungen, Börsenpapieren und anderen realen oder fiktiven Werten handelt. Die Natur ist zerstört, das Klima ändert sich merklich, Wasser für den menschlichen Verbrauch ist verseucht und reicht nicht aus, die Ozeane sind als Nahrungsquellen für die Menschen erschöpft, nicht erneuerbare und lebensnotwendige Ressourcen werden für Luxus und Eitelkeiten verschwendet. Es dürfte jedem verständlich sein, daß das fundamentale Ziel der Vereinten Nationen in dem vor uns liegenden Jahrhundert darin besteht, die Welt zu retten - nicht nur vor Krieg, sondern auch vor Unterentwicklung, Hunger, Krankheiten, Armut und der Zerstörung der natürlichen Ressourcen, die für die Existenz der Menschheit unentbehrlich sind. Und das muß schnellstens geschehen, bevor es zu spät ist! Die Verwirklichung des Traums von wirklich gerechten und vernünftigen Regeln, die das Leben der Menschen bestimmen, erscheint vielen zwar als unmöglich. Aber es ist unsere Überzeugung, daß der Kampf für das Unmögliche das Motto dieser Institution sein muß, die uns heute zusammengeführt hat." aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa |