LESERBRIEFE

Lieber Herausgeber,
am 11. September hielt ich mich nur einige Meilen vom World Trade Center, in Brooklyn Heights, auf. An dem Morgen rief mein Gastgeber mich ans Fenster; ich sah die beide Türme des Trade in Flammen stehen. Wir standen wie gelähmt da und versuchten, zu verstehen, was sich da vor unseren Augen abspielte. Wir sahen mit Entsetzen, wie schwarzer Rauch den Himmel verdunkelte. Mir war bewußt, daß der Verlust an Menschenleben hoch sein würde, und ich betete inständig zu den himmlischen Mächten um Hilfe für die in Not. Es war ein grauenhaftes Gefühl, dieser Tragödie zuzusehen, die sich direkt vor unseren Augen abspielte, und nichts tun zu können.
Wir fragten uns auch, was uns wohl beschützt hatte, denn nach unserem ursprünglichen Plan wären wir zur Zeit der Explosion im U-Bahnschacht unter den Türmen gewesen. Ich hatte das Gefühl, daß ich all das aus einem bestimmten Grund sah. Gab es eine bestimmte Lektion zu lernen, daß ich all das miterleben sollte? Als ich vom Ankleiden zurückkam, waren die Türme bereits eingestürzt. Draußen war die Luft stickig vom Rauch, und wir mußten Mund und Nase mit einem Tuch schützen. Einen Block weiter befindet sich die Plymouth Church of the Pilgrims. Als ich an der offenen Türe der Kirche vorbeikam, fühlte ich mich veranlaßt, umzukehren und einzutreten. Die Menschen aus der Nachbarschaft hatten sich zum Gottesdienst versammelt, um Trost zu finden. Als ich eintrat, spürte ich eine ungeheure Stille, die alles in dem Raum einnahm, und auch ich fand Trost darin, diese Zeit mit den anderen gemeinsam zu verbringen. Ich erinnerte mich ganz plötzlich an den Tod von Prinzessin Diana, als sich die Menschen ganz spontan in ihrem Leid zusammengefunden hatten. Alle waren ganz still, und man hörte niemanden weinen. Man erzählte mir, daß viele aus Brooklyn Heights im World Center beschäftigt waren. Aus dem Innersten des Heiligtums schien eine heilende Energie auszuströmen. Dahinter befinden sich farbige Glasfenster und eine gewaltige Orgel, von der eine partriotische Mischung aus Kirchenliedern und Countrymusic ertönte.
Das war nicht das einzige Mal, daß ich diese Art Heilkraft verspürte - ich bin ihr sogar mehrmals während meines zehntägigen Aufenthalts begegnet. Zweimal besuchte ich "Strawberry Fields", eine Gedenkstätte für John Lennon im Central Park, wo sich ein Mosaik mit der Inschrift IMAGINE befindet. Hier hatten sich viele zum Gedenken an ihre Lieben versammelt.
Es hatte sich ein Kreis gebildet, die Menschen hielten Kerzen in den Händen und sprachen von denen, die sie verloren hatten. Dazu spielte ein älterer Mann auf der Querflöte Amazing Grace. Diese Ausflüge in den Central Park empfand ich während meines Aufenthalts in New York als besonders heilend. Ich fühlte mich dort gleich so getröstet, daß es mir schwer fiel, diesen Ort zu verlassen, weshalb ich dann auch noch ein zweites Mal hinging. In diesen Augenblicken der tiefsten Trauer war das Göttliche zu spüren, und ich werde mich immer an dieses tröstliche Gefühl erinnern. Und ich weiß auch, daß alle, die dorthin kamen, denselben Trost erfuhren.
In der Mitte des Gedenkmosaiks hatten die Menschen Briefe abgelegt. Kerzen brannten inmitten von Gedichten, Bildern und Blumen, die alle dasselbe Empfinden ausdrückten: Liebe ist die Antwort, nicht Krieg. Jemand hatte eine Notiz hinterlassen, die uns daran erinnern sollte, daß "Auge um Auge" uns blind machen würden.
Eine letzte eindrückliche Erinnerung an meinen Aufenthalt in New York war ein Interview mit einer Frau, die im achten Monat schwanger war und deren Mann im Turm umgekommen war. Selbst in ihrem Schmerz vermittelte sie eine Kraft und Würde, die mich tief bewegte. Ihre Worte schienen allen aus dem Herzen gesprochen, als sie sagte, sie wisse, daß ihr Mann nicht umsonst gestorben sei. Sie war ganz sicher, daß aus diesem Ereignis Gutes erwachsen würde, auch wenn sie nicht wußte wie.
(1) Waren die Meister in irgendeiner Weise an der Heilenergie beteiligt, die in der Plymouth Church of the Pilgrims und am John Lennon Memorial im Central Park zu spüren war? (2) Hatte es mit dem Flöte spielenden Mann am John Lennon Memorial eine besondere Bewandtnis? (3) Und war es einfach Glück, daß mein Gastgeber und ich zur Zeit des Angriffs nicht in der Untergrundbahn waren, oder war es etwas anderes?

Mary Ann Slane, San Francisco, Kalifornien, USA

(1) Benjamin Cremes Meister bestätigt, daß die Plymouth Church of the Pilgrims eine der vielen Kirchen und Tempel war, über die Maitreya seine Liebesenergie ausstrahlte. (2) Nein. (3) Einfach Glück.

Lieber Herausgeber,
am 5. Mai 1998 verkaufte ich wie immer meine Erzeugnisse auf dem Markt in Ascona in der Schweiz. Ich stand hinter dem Stand an eine Bank gelehnt und sah auf einmal eine Dame, die versuchte, mich zu fotografieren. Mit einer Geste fragte sie mich, ob ich einverstanden sei. Ich nickte. Dann sah ich, wie ein schwarzer Junge, der etwa sechzehn Jahre alt war, ganz ungeduldig darauf drängte, mit mir aufs Bild zu kommen. Die Dame bedeutete ihm, er solle noch warten, weil sie erst ein Bild von mir alleine machen wollte. Als er dann zu mir kam, war ich ganz beeindruckt von seiner ungewöhnlich kindlich fröhlichen Offenheit und einer gleichzeitigen inneren Ruhe. Als die Aufnahme fertig war, verabschiedeten sich beide und gingen ihrer Wege.
Ich habe keine Ahnung, welche Sprache sie gesprochen haben, ja nicht einmal, ob sie überhaupt gesprochen haben. Es schien mir, als sei ihre Kommunikation eine Kunst auf einer anderen Ebene.
Könnte es sein, daß die Dame Maitreya und der Junge Meister Jesus war?

Jörg Klaus, Locarno, Schweiz

(Benjamin Cremes Meister bestätigt, daß die "Dame" Maitreya war und der Junge Meister Jesus.)