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Märkte spiegeln Besorgnis wider Aller Erwartung nach werden die Auswirkungen des globalen Konjunkturrückgangs und der Vergeltungsschläge gegen den Terrorismus die Philippinen bis Ende 2001 oder Anfang 2002 hart treffen. Die gedämpfte Nachfrage nach Elektronik und Kleidung, der rückläufige Tourismus und die schwachen ausländischen Investitionen könnten dem Land ernste Finanzschwierigkeiten bereiten. Die Philippinen waren das einzige Land in Ost- und Südostasien, das einen Konjunkturabschwung im zweiten Quartal dieses Jahres verhindern konnte, doch nun wächst auch dort die Furcht, und es gibt bereits Anzeichen einer Wirtschaftsschwäche. Hinzu kommt, daß die über eine Million Filipinos, die im Nahen Osten und in Südasien arbeiten, evakuiert werden müßten, wenn dort Krieg ausbrechen würde. Der sinkende Dollar bereitete bereits vor dem 11. September 2001 den asiatischen Märkten Sorge und löste "Folgeschwankungen" unterschiedlichen Ausmaßes unter den dortigen Währungen aus. "Der Anstieg der Währungskurse scheint eher die Besorgnis über den Dollar widerzuspiegeln als eine positive Entwicklung zum Konsumanreiz zu sein", schreibt Nikkei Weekly. Die taiwanesische Wirtschaft zum Beispiel scheint aufgrund ihres Exportrückgangs infolge des US-Abschwungs an Boden zu verlieren. Ein Wirtschaftsanalytiker von Morgan Stanley Dean Witter in Hongkong warnt vor einer möglichen zweiten asiatischen Währungskrise in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres, sollte eine Deflation die schwachen Finanzsysteme Ostasiens unter Druck setzen. (Quelle: Nikkei Weekly, Japan) Malaysia bereitet sich auf Abschwung vor Der malaysische Premierminister hat in Kuala Lumpur ein Überraschungspaket in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar zur Stimulierung der Wirtschaft angekündigt. Mit diesem jüngsten Schritt will man die heimische Wirtschaft anfeuern und gegen einen, infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu erwartenden US-Konjunktureinbruch abpuffern. "Die meisten Wirtschaftsanalytiker sind sich darin einig, daß, sollten die USA in eine Rezession rutschen, die Wirtschaft Malaysias davon stark betroffen sein wird", schreibt Un Yeo im Nikkei Weekly. "Die Wachstumsprognosen wurden von fünf bis sechs Prozent auf ein bis zwei Prozent nach unten korrigiert." Und der Nationale Wirtschaftsrat von Malaysia erklärte vor kurzem: "Wir scheinen kurz vor einer weltweiten Rezession zu stehen." (Quelle: Nikkei Weekly, Japan) Immer mehr Entlassungen Mehrere Elektronikgroßfirmen haben "Umstrukturierungsmaßnahmen" bekanntgegeben - das bedeutet für einen Teil ihrer Angestellten Entlassung. Unter die drastischen Maßnahmen auf den globalen Einbruch der Informationstechnologiebranche fallen starke Belegschaftsreduktionen, Produktionsumzüge und Herstellungsverlagerungen in andere Länder. Entlassungen melden: Hitachi: 14 700 Konzernjobs (10 200 in Japan und 4500 außerhalb) bis Ende dieses Geschäftsjahrs; Toshiba: 18 000 Konzernstellen (17 000 in Japan und 1000 außerhalb) bis Ende des Geschäftsjahres 2003; Oki Electric Industry: 2200 Konzernjobs bis Ende des Geschäftsjahres 2002. Dem folgen weitere Elektronikfirmen wie die Firma Kyocera,
die bis Ende dieses Jahres in größerem Rahmen Stellen streichen
will. Betroffen davon sind rund zwanzig Prozent ihrer Belegschaft in Japan
und 25 Prozent in ihren Tochterfirmen in den USA. (Quellen: The Nihon Keizai Shimbun, Nikkei Weekly, Japan) Finanzdebakel nach den Anschlägen vom 11. September Wie vielerseits bereits erwartet, fiel die US-Börse unmittelbar nach den Terroranschlägen am 11. September, erholte sich dann aber wieder einigermaßen in den darauffolgenden Wochen. Diese schrecklichen Geschehnisse wirkten sich allerdings nur verstärkend auf das bereits schlechte Wirtschaftsklima aus, für das man demnächst mit weiteren Einbrüchen rechnet. Das dritte Quartal war für Wall Street das schlimmste seit dem Crash von 1987. Seit dem 30. Juni 2001 fiel der Standard-and-Poor's-Index um sechzehn Prozent, was andeuten könnte, daß das kommende Jahr ebenso negativ verläuft wie dieses - zuletzt gab es eine solche Phase 1973/74. Gleichzeitig stieg die amerikanische wöchentliche Arbeitslosenquote auf den höchsten Stand der letzten neun Jahre. Nach Meinung vieler Ökonomen befindet sich das Land in einer Rezession, und sie gehen davon aus, das dies weltweit zu spüren sein wird. Nach Ansicht des Präsidenten der Weltbank werden
aufgrund der Anschläge vom 11. September weltweit 40 000 Kinder unter
fünf Jahren sterben und zehn Millionen Menschen in tiefste Armut
stürzen. "Zwischen dem Wirtschaftsrückgang und Kindersterblichkeit und Armut gibt es eine absolut klare Verbindung", meint Wolfensohn. "Bei einer Kombination aus globalem Abschwung, stark sinkenden Verbrauchsgüterpreisen und starkem internationalen Handelsrückgang leiden die Menschen in den Entwicklungsländern eindeutig am meisten. Und die Menschen an der Existenzgrenze trifft es ganz direkt." Erforderlich sei eine größere Finanzhilfe aus bilateralen und multilateralen Quellen wie Regierungen und internationalen Institutionen. "Ich denke, in den nächsten Jahren sind drei Dinge notwendig, um mit den Folgen der Terroranschläge für die Weltwirtschaft fertig zu werden. Wir brauchen mehr internationale Hilfe, sie muß in den kommenden Jahren um jährlich zehn bis zwanzig Milliarden auf hundert Milliarden Dollar aufgestockt werden, wir müssen den Entwicklungsländern den Handel noch weiter öffnen, und wir benötigen eine fortlaufende Abstimmung der Geld- und Fiskalpolitik." Abgesehen davon, daß mehr Entwicklungsgelder erforderlich seien, um die Kinder in Afrika und anderswo zu retten, die aufgrund wachsender Armut sonst sterben müßten, sagt Wolfensohn, bedürften die benachteiligten Weltteile auch einer größeren sozialen Gerechtigkeit und politischen Stabilität. "Es geht um achtzig Prozent der Weltbevölkerung, und diese verfügt über nur zwanzig Prozent des Welteinkommens", erklärt Wolfensohn, "und wir müssen uns bewußt machen, daß wir angesichts der Ungerechtigkeit auf der Welt eine globale Stabilität brauchen, weil ein Besiegen der Armut gleichzeitig auch ein Streben nach Frieden ist." Desweiteren entsprächen die zusätzlichen hundert Milliarden Dollar Entwicklungshilfe auch dem von der internationalen Gemeinschaft vereinbarten Ziel, die offiziellen Entwicklungshilfebeiträge in Höhe von gegenwärtig 0,22 Prozent des Bruttosozialprodukts der großen Industrieländer auf 0,7 Prozent zu erhöhen. (Quellen: New York Daily News, International Herald
Tribune, USA) |
"Alle hier sind sehr, sehr besorgt. Denn, ja, das [die Anschläge vom 11. September] hat die allgemeine Sorge auf die West Bank und Gaza gelenkt. Ich bin jetzt schon seit einigen Tagen hier. Ich habe die Lage noch nie so schlimm erlebt. Erst neulich habe ich mit einem befreundeten israelischen Meinungsforscher gesprochen und ihn gefragt: 'Was gibt's Neues bei den Umfragen?' Er sagte: 'Nicht viel. Das einzige, was sich verändert hat, ist, daß die Zahl der Israelis, die glauben, daß das Problem nur durch die Rückkehr des Messias gelöst werden kann, in den letzten Monaten von 25 auf 40 Prozent gestiegen ist.' " (Quelle: Der New-York-Times-Korrespondent Thomas Friedman in der US-Fernsehsendung "Washington Week in Review") Amnesty International drängt auf Ermittlungen gegen Ariel Scharon Seit dem 3. Oktober ist ein Brüsseler Gericht mit der Frage beschäftigt, ob Belgien ein Ermittlungsverfahren gegen den israelischen Premierminister Ariel Scharon wegen angeblicher Kriegsverbrechen im Libanon im Jahre 1982 einleiten kann. Scharon hatte als Verteidigungsminister die Gesamtverantwortung über die israelischen Streitkräfte, als diese 1982 der libanesischen Phalangistenmiliz den Zutritt zu den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila am Rande Beiruts erlaubt hatten, wo sie in einem über dreißigstündigen Massaker Hunderte von meist palästinensischen Flüchtlingen tötete. Diese Verbrechen wollen nun 23 Libanesen und Palästinenser vor Gericht bringen - entsprechend belgischen Gesetzen aus den Jahren 1993 und 1999, wonach belgische Gerichte Ausländer bei bestimmten, im Ausland begangenen Vergehen wie Genozid, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit strafrechtlich verfolgen können. Anfang September dieses Jahres setzte der Untersuchungsrichter das Verfahren so lange aus, bis bestehende Zweifel an dessen Rechtsgültigkeit ausgeräumt sind. 1983 war die offizielle israelische Untersuchungskommission zu den Geschehnissen in den Flüchtlingslagern von Beirut zu dem Schluß gekommen, daß Verteidigungsminister Ariel Scharon "die Gefahr von Racheakten und Blutvergießen durch Phalangisten mißachtet hatte, ... [daß er] versäumt hatte, diese Gefahr in Betracht zu ziehen, als er entschied, die Phalangisten in die Lager zu lassen ... [und] keine Maßnahmen zur Verhinderung oder Einschränkung der Gefahr eines Massakers als Bedingung für den Zutritt der Phalangisten zu den Lagern [angeordnet hatte]". Die Kommission empfahl, daß "der Verteidigungsminister aus seinen offensichtlichen Fehlern in der Art und Weise der Pflichterfüllung seines Amtes seine Konsequenzen ziehen sollte". Scharon trat nach der Veröffentlichung des Kommissionsberichts noch im selben Jahr von seinem Amt zurück. Im Februar 2001 wurde er zum Premierminister von Israel gewählt, im März trat er sein Amt an. (Quelle: www.amnesty.org) Castro: "Gebt der Menschheit, was ihr zusteht" Der kubanische Staatschef Fidel Castro hat die israelisch-palästinensischen Gewalttaten als "Genozid" gegen die Palästinenser gebrandmarkt und die Vereinigten Staaten gerügt, sie hätten die Debatte darüber auf der UN-Rassismuskonferenz zu verhindern versucht. "[Niemand] hat das Recht, auf der Konferenz Bedingungen
zu stellen oder darauf zu drängen, daß eine Diskussion darüber
vermieden wird, ... wie wir den grauenhaften Genozid bewerten wollen,
der in diesem Moment an unseren palästinensischen Brüdern begangen
wird", sagte Castro. (Quelle: Reuters) |