"Die Stimme des Friedens" wieder auf Sendung
Zwanzig Jahre lang verbreitete die als "Das Friedensschiff" bekannte Radiostation Appelle zur friedlichen Koexistenz und gegenseitigen Anerkennung von Palästinensern und Israelis. 1993 dann sah sich der unerschrockene israelische Friedenskämpfer Abie Nathan aus finanzieller Not gezwungen, das Schiff gegen seinen Willen aufzugeben. Das war das Ende seines berühmten Piratensenders "Die Stimme des Friedens".
Zehn Jahre nach ihrem Verstummen taucht nun "Die Stimme des Friedens" wieder auf diesmal an Land und als eine gemeinsam geführte israelisch-palästinensische Radiostation, die auf Hebräisch und Arabisch aus Studios in Ostjerusalem über Sender in Ramallah in der Westbank ihr Programm verbreiten will.
"Wir wollen der schweigenden Mehrheit, die auf beiden Seiten weiterhin an den Frieden glaubt und ihn befürwortet, eine Stimme geben", sagte der Geschäftsmann Hanna Siniora, ein Veteran der palästinensischen Friedensbewegung und einer der Initiatoren des Projekts. "Wir wollen Aktivitäten zwischen den Menschen auf beiden Seiten fördern und ein Sprachrohr für die Friedensgruppen sein", ergänzte Mussi Raz, der israelische Partner Sinioras und stellvertretende Generaldirektor des Jüdisch-Arabischen Friedenszentrums in Givat Haviva in Nordisrael. "Wir wollen ermöglichen, daß gemäßigte Politiker auf beiden Seiten gehört werden können."
Siniora (der auch Herausgeber der Jerusalem Times ist, einer in englischer Sprache erscheinenden Wochenzeitung in Ostjerusalem) und Raz hoffen auf eine Sendeerlaubnis sowohl für Israel wie auch die Westbank und den Gazastreifen. Sie traten an Präsident Jassir Arafat heran, der einwilligte, ihnen eine der Sendefrequenzen zu übertragen, die ursprünglich im Rahmen des Oslo-Abkommens den Palästinensern zugeteilt wurde. Raz sagte, daß sie in Israel lediglich eine regional begrenzte Sendeerlaubnis hätten beantragen können. "Wir möchten mit unseren Sendungen in Israel und in den besetzten Gebieten so viele Menschen wie möglich erreichen", erklärte er. Siniora fügte hinzu: "In Zukunft hoffen wir, auch arabische Länder wie Ägypten, Jordanien, Syrien und den Libanon erreichen zu können."
Der Anstoß, den Friedenssender wieder zum Leben zu erwecken, ging außer von Abie Nathans Friedensschiff auch von einem Gemeinschaftsprojekt der von Raz geleiteten Organisation aus, bei dem israelische, palästinensische und jordanische Jugendliche eine Zeitschrift zum Thema des Friedensaufbaus herausbringen.
"Schlimmer als bisher kann es nicht werden. Mit unserer neuen Radiostation wollen wir versuchen, die Hoffnung aufrecht zu erhalten, daß Versöhnung möglich ist und die beiden Völker lernen können zusammenzuleben."
(Quelle: IPS Middle East News)
Durchbruch für südafrikanische Aidsopfer
Die südafrikanische Regierung hat sich der Macht des Volkes gebeugt und schließlich eingewilligt, den HIV-Infizierten antiretrovirale Medikamente zur Verfügung zu stellen. Der Beschluß wurde im August 2003 bekannt gegeben, nachdem auf der Aidskonferenz in Durban, gemäß den Worten Zackie Achmats, des Vorsitzenden der Aktivistengruppe Treatment Action Campaign, "an die Regierung die deutliche Botschaft erging, entweder zu handeln oder mit Massenprotesten rechnen zu müssen".
Gegenwärtig nähmen weniger als 30 000 Südafrikaner diese Medikamente ein, da sie bei Preisen von 1000 bis 1200 Dollar pro Jahr für die meisten unerschwinglich seien. Wenn die Vorgaben des Planes umgesetzt würden, könnten im Laufe der nächsten fünf bis acht Jahre zwischen 730 000 und 1,7 Millionen Menschenleben gerettet werden.
Das Gesundheitsministerium wird hierbei von südafrikanischen Experten sowie Fachleuten der Clinton Foundation AIDS Initiative unterstützt, die sich nicht nur an diesem Vorhaben beteiligen will, sondern bereits bei der bisherigen Arbeit als Berater eine große Hilfe war.
(Quellen: CNN; www.Avert.org; NAM Publications, GB)