Benjamin Creme

dreißig Jahre Wegbereiter für Maitreya
(Teil 2)


Im März 1974 begann Benjamin Creme in London mit der ersten Transmissionsmeditationsgruppe und mit seiner Aufgabe, die Öffentlichkeit auf Maitreya, den Weltlehrer vorzubereiten. Inzwischen gibt es, dreißig Jahre danach, etwa 650 Transmissionsmeditationsgruppen in über vierzig Ländern, und seine Information ist Millionen Menschen auf der ganzen Welt bekannt.

Meine Ankunft in Los Angeles am 1. Januar 1980 – es war meine erste Reise dorthin – war sehr angenehm, sonnig, warm – 26 Grad –, unglaublich. Ich wohnte bei einem neuen Freund, der in Hollywood in einem Haus residierte, das, wie man mir erzählte, einst berühmten Filmschauspielern gehört hatte. Es war sehr charmant, der Inbegriff von Hollywood. Es gab praktisch keine Möbel, die Räume waren mit unzähligen großen professionellen Fotos geschmückt. Wenn man abends einen Raum betrat, klatschte man in die Hände, und das Licht ging an. Einen langen Abend verbrachte ich damit, mich auf dem Boden sitzend mit einer Frau zu unterhalten, die allen Ernstes behauptete, sie führe in den Ferien jedes Jahr zur Venus – in einem kleinen roten Raumschiff, das extra für sie geschickt wurde.
Die dreitägige Tagung, auf der ich meinen Vortrag halten und den Teilnehmern durchgehend zur Verfügung stehen sollte, begann umgehend (der Jetlag war in diesen fernen Tagen noch nicht erfunden). Drei Tage lang, bei insgesamt vier Stunden Schlaf, beantwortete ich unaufhörlich Fragen. Ich hatte noch nie einen solchen Hunger nach Information erlebt. Die Begeisterung und die Reaktionen waren erstaunlich.
Mein erster "Vortrag" war seltsam und verlief völlig unerwartet: Ich stieg auf das Podium und sah mich um. Es waren bereits mehrere hundert Leute da und warteten auf mich. Ein Mann, der in der ersten Reihe zu meiner Rechten saß, war in seine Zeitung vertieft, ohne seine Umgebung wahrzunehmen. Bevor ich ein paar einleitende Worte oder auch nur "Guten Tag" sagen konnte, wurde ich von Maitreya überschattet und schaute nur schweigend das Publikum an, und alle verstummten. Sie starrten wie in Trance zurück, vielen strömten die Tränen über das Gesicht. Das dauerte fünfzig Minuten, obwohl mir dabei jedes Zeitgefühl abhanden kam, als gäbe es keine Zeit. Irgendwann blickte auch der Mann zu meiner Rechten auf, sah sich um, hörte nichts, faltete seine Zeitung zusammen und marschierte hinaus.
Als die Überschattung aufhörte, sagte ich: "Eigentlich sollte ich ja einen Vortrag halten, aber wir haben nur noch zehn Minuten. Was schlagen Sie vor?" Jemand sagte: "Können Sie Fragen beantworten?" Das tat ich dann die nächsten zwanzig Minuten, wobei ich im Wesentlichen alles über die Wiederkehr des Christus erzählte. Diese schweigende Einleitung wiederholte sich ein paar Monate später auf einer weiteren Tagung in Florida und ist seitdem bei allen meinen Vorträgen die Regel (inzwischen aber nur etwa eine halbe Stunde). Dieses Geschehen ist für viele Menschen das, was sie am meisten überzeugt. Die Energien, die bei der Überschattung frei werden, sind so stark und rufen ein so tiefes Wohlbefinden hervor, daß viele allein dadurch von der Realität der "Botschaft" überzeugt sind. Manche sind mehr oder weniger hellseherisch veranlagt und versichern, das Licht der Überschattung um mich herum wahrzunehmen, das nach und nach den ganzen Saal erfüllt.
Unmittelbar nach der Tagung begann ich eine Woche lang Vorträge nördlich und südlich von Los Angeles zu halten, in mehreren Orten zwischen San Diego und Santa Barbara, eine aufreibende Tour mit zwei Vorträgen täglich und dazu noch den Fahrten. Die Amerikaner haben wirklich ein hohes Arbeitsethos!
Von Kalifornien flog ich nach Salt Lake City und hielt Vorträge vor den Mormonen. Ich wohnte bei einer reizenden Mormonenfamilie, deren Mutter von der Wahrheit meiner Information bereits völlig überzeugt war.
Dann folgte Colorado, mit Vorträgen und Transmissionsmeditationen in Denver und Boulder. Aus irgendeinem Grund waren die Medien von Denver all die Jahre immer besonders an meiner "Geschichte" interessiert, und fünf oder sechs Interviews täglich waren nicht ungewöhnlich.
An eines kann ich mich besonders gut erinnern, weil es ein bizarres Nachspiel hatte. Ich kam mit einem Freund um halb zwölf Uhr abends im Radiostudio an, es war das fünfte oder sechste Interview an diesem Tag. Der Name des Moderators war Berg, das Studio hatte die Größe eines Wandschrankes, und über einem von Zigarettenstummeln überquellenden Aschenbecher hing ein Schild, auf dem zu lesen war: "Bitte nicht Rauchen!" Berg rauchte fortwährend, was in dem engen Raum sehr unangenehm war. Das Interview begann und setzte sich bald unter telefonischer Beteiligung der Zuhörer fort, von denen die meisten sehr interessiert waren und ernsthafte und intelligente Fragen stellten.
Das Problem bestand darin, daß Berg mich kaum antworten ließ, sondern mich ständig mit seinem eigenen verschwommenen Geschwätz unterbrach. Sowohl ich wie die Zuhörer beschwerten sich, er solle mich die Fragen beantworten lassen, aber vergeblich. In einer Werbepause sagte ich ihm, daß ich Besseres zu tun hätte und gehen würde, wenn er mich nicht ausreden lasse. Er knurrte: "Verschwinden Sie, bevor Ihnen etwas Schlimmeres zustößt!"
Wir gingen und schalteten sofort das Radio ein. Berg erzählte den Zuhörern, daß ich zu seinem größten Erstaunen die Sendung verlassen hätte, obwohl er sich so um mich bemüht hätte. Es stellte sich heraus, daß er Rechtsanwalt in Chicago, glaube ich, war, und in irgendwelche Schwierigkeiten geraten und mit Berufs- oder Amtsverbot belegt worden war, oder was immer mit betrügerischen Anwälten geschieht, und daß er in die Mafia verstrickt war. Eine Woche später wurde er außerhalb des Radiosenders von Kugeln durchsiebt aufgefunden. Ich versichere den Lesern, daß diese Gewalttat nichts mit mir zu tun hatte.
Von Denver kehrte ich nach Los Angeles zurück, wo der Kern der ersten amerikanischen Gruppe entstand und konkrete Pläne gemacht wurden, das Tara Center zu gründen und Maitreya, Christus und die Meister der Weisheit zu publizieren. Wir hatten das Buch bereits in London herausgegeben, und ich hatte etwa ein Dutzend Exemplare nach Amerika mitgenommen, die schnell weggingen. Unvergeßliche zwei Wochen waren seit meiner Ankunft vergangen, und wie ein Waldbrand breitete sich die Information rasch über die ganzen Vereinigten Staaten aus, so daß bei meiner Rückkehr ein paar Monate später die Vortragsreise schon fast über die Hälfte dieses riesigen Kontinents führte...

(Den vollständigen Artikel sowie Fragen und Antworten hierzu finden Sie in der Zeitschrift Share International. Wird fortgesetzt.)

Benjamin Cremes Vorträge – Berichte von Erstbesuchern
, siehe Seite 2



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