Fragen und Antworten

In dieser Rubrik beantwortet B. Creme Fragen zu den Aktivitäten Maitreyas und der Hierarchie der Meister der Weisheit und zu den Lehren der zeitlosen Weisheit, soweit sie nicht schon in seinen Büchern behandelt wurden. B. Creme betrachtet sich nicht als Schiedsrichter über Aktivitäten und Aussagen anderer Gruppen. Wir bitten daher, diesbezüglich keine Fragen zu stellen. Bitte senden Sie Ihre Fragen (nur englisch) an: Share International/Questions, PO Box 3677, London NW5, 1RU, Großbritanien.


F. Könnte Ihr Meister uns bitte mitteilen, wie viele Menschen an den weltweiten Demonstrationen am 20. März 2004 teilnahmen – dem ersten Jahrestag des Anschlags der amerikanischen und britischen Truppen auf den Irak?

A. Fünfzehn Millionen.

F. In Madrid wurden am 11. März 2004 mehrfache Terroranschläge auf Nahverkehrszüge verübt, wobei fast 200 Menschen starben und über 1200 Menschen verletzt wurden. Dies war der bisher größte Terroranschlag in einem europäischen Land in Friedenszeiten. Wurde der Anschlag von der baskischen Separatistengruppe ETA vorbereitet oder von einer islamischen Gruppe als Reaktion auf die Beteiligung Spaniens am Irakkrieg?

A. Nach meiner Information war es eine Splittergruppe der ETA. Aus diesem Grund lehnte die Hauptorganisation der ETA auch die Verantwortung für die Tat ab.

F. Wenn die ETA für die Anschläge in Madrid verantwortlich war, (1) hat sie diese dann allein geplant? (2) Hat sie die Anschläge allein ausgeführt oder unter Mithilfe von anderen Gruppen (al-Qaida, radikale islamistische Gruppen, Söldner oder andere)? (3) Warum bekennt sich die maßgebliche baskische Separatistenbewegung nicht dazu?

A. (1) Ja. (2) Allein, aber es war nur eine Splittergruppe. Sie hat keine Verbindung zu al-Qaida. (3) Weil sie es nicht organisiert hat und die spanische Bevölkerung derart schockiert reagierte, als die Regierung zuerst die ETA beschuldigte. Sie hat bisher noch nie einen Anschlag in dieser Größenordnung verübt.

F. Sind die Bekenntnisse der al-Qaida zu den Sprengstoffanschlägen in dem Sinne authentisch, daß sie ebenfalls beteiligt war, oder nutzt sie die Anschläge opportunistisch aus, um unter den Menschen überall Angst zu verbreiten?

A. Ihr Bekenntnis ist purer Opportunismus.


F. Ein Sprecher des politischen Flügels der ETA und die ETA selbst haben die Beschuldigung, an den Anschlägen in Madrid beteiligt gewesen zu sein, zurückgewiesen. Könnte es sein, daß die gegenwärtige Schwächung der ETA infolge der Inhaftierung ihrer Anführer dazu geführt hat, daß die Anschläge von einem radikalen Flügel der ETA durchgeführt wurden, ohne daß der Rest der Organisation davon wußte?

A. Genau so ist es. Eine radikale Splittergruppe, die mit der ETA-Führung unzufrieden ist und die Geduld verlor, hatte beschlossen, weiter zu gehen als die ETA je zuvor und durch einen gewaltigen vernichtenden Anschlag größtmögliche Wirkung zu erzielen. Folglich lag die spanische Regierung mit ihrer Erklärung richtig, daß die Attentate "alle Kennzeichen" der ETA aufwiesen. Doch die Bevölkerung war empört und befürchtete, die Regierung wolle einen Anschlag der al-Qaida (wegen der Irak-Beteiligung der Regierung) vertuschen, in dem sie die Vermutung aussprach, daß die ETA dafür verantwortlich sei. Umgehend redete die Bush-Regierung der damaligen spanischen Regierung zu, jede Zuweisung an die ETA fallen zu lassen und bekannt zu geben, daß die Täter muslimische Terroristen, wahrscheinlich al-Qaida-Leute seien. Das ist auch geschehen. Bisher wurde eine große Gruppe Muslime, einige davon aus Marokko, festgenommen. Sie sind nicht schuldig an dieser tragischen Tat. Wie immer hat die CIA versucht, "Beweismaterial" herbeizuschaffen – ein Koran in einer Tasche! Es ist natürlich Munition für Präsident Bushs Pläne, wieder gewählt zu werden, wenn jeder Terroranschlag der al-Qaida zugeschrieben wird, ob berechtigt oder nicht.

F. Ist es zynisch, eine Einmischung der USA zu vermuten?

A. Die USA haben sich eingemischt, um die al-Qaida zum Schuldigen zu machen.

F. Wenn der US-Regierung daran gelegen war, die "Fakten zu verändern", (1) wie haben sie das getan? Warum? (2) Waren die so genannten "Anhaltspunkte" echt?

A. In dem sie die damalige spanische Regierung unter Druck setzten. (2) Sie waren nicht authentisch, wurden aber allgemein publik gemacht und diskutiert, während jede andere Möglichkeit, zum Beispiel die ETA, sofort fallengelassen wurde.

F. (1) Sicher bin ich nicht der einzige, der denkt, daß das US-Regime, sollte es der Meinung sein, weiterhin die Bevölkerung täuschen zu können, die mutmaßliche Saddam-Hussein-Figur inzwischen als Stimmenfänger für die anstehenden Wahlen hätte antreten lassen? Doch wir sehen und hören nichts mehr von Saddams armen Double. (2) Lebt er noch? (3) Wo hält man ihn fest?

A. Wahrscheinlich ja. Sie wissen, daß die Präsentation ihres Gefangenen zur Folge haben würde, daß sie mit ihrer Behauptung, es sei Saddam Hussein, vermehrt auf Ablehnung stoßen würden. Sehr wahrscheinlich glauben sie, daß er ihrem unmittelbarem Ziel gedient hat. (2) Ja. (3) In den USA.

F. Wieviel Prozent der Gefangenen in Guantanamo Bay haben sich an terroristischen Aktivitäten beteiligt?

A. Etwa ein Viertel – 25 Prozent.

F. Ich verfolge Share International jetzt seit mehr als zehn Jahren. Ich habe gespendet, an Meditationen teilgenommen, einige der Bücher und regelmäßig die Website gelesen und Benjamin Creme persönlich in Los Angeles und London erlebt. Ich hatte sogar Ferien mit meiner Familie in London geplant, um bei einem Vortrag dabei sein zu können. Ich bin feinfühlig genug, um die spirituelle Kraft, die von Herrn Creme ausgeht, zu spüren, und habe ihm deshalb auch weiterhin zugehört. Doch während ich die spirituelle Anleitung sehr erhellend finde, erscheinen mir die politischen Ansichten oft verfehlt.
Besonders aufmerksam lese ich jeden Monat die Rubrik "Fragen und Antworten" in Ihrer Zeitschrift und bin mehr und mehr entsetzt über die politische Richtung von Herrn Creme und Share International. Dies hat mich von einer intensiveren Teilnahme an der Organisation abgehalten. Aufgrund der vielen unerhörten und unverantwortlichen Behauptungen, die von keiner anderen Quelle bestätigt werden, zweifle ich allmählich auch am Rest des Programms.
Ich bitte Sie nicht darum, Ihre Meinung zu verbergen. Es ist richtig, daß Sie sie so offen darlegen. Doch in meinen Augen und vielleicht auch in denen anderer wird Ihre Glaubwürdigkeit dadurch eingeschränkt. Trotz allem, herzliche Grüße.

A. Ich bin sicher, daß der Schreiber mit seiner Unzufriedenheit über den politischen und wirtschaftlichen Teil in Share International nicht allein ist. Ich kann seine Bestürzung über die – in seinen Augen – immer größer werdende Beeinträchtigung des "spirituellen" Elements der Zeitschrift durch das rein "Politische" verstehen. Wenn in vielen der politischen Stellungnahmen die gegenwärtige US-Regierung scharf kritisiert und ihr vorgeworfen wird, zu dem Chaos, der Angst und den Spannungen auf der Welt heute erheblich beigetragen zu haben, dann muß das für einen amerikanischen Leser, der das Vorgehen der USA vielleicht mit anderen Augen sieht, sehr schmerzhaft, irritierend und peinlich sein. Das gilt auch für viele hier in Großbritannien, wenn wir sehen, wie unsere Regierung lügt und die Vorgehensweise der USA beschönigt.
Man sollte daran denken, daß wir niemals parteipolitische Überlegungen verfolgen und daß die Fragen von Lesern kommen, die zweifelsohne wahrheitsgetreue Antworten suchen, die sie woanders nicht bekommen. Sicher sind die Antworten nicht für alle "unerhörte und unverantwortliche Behauptungen", sondern Aussagen, die tatsächlich die Bestätigung der Hierarchie erhalten haben.
Das erklärte Ziel von Share International ist es, die beiden vorwiegenden Denkrichtungen des neuen Zeitalters zu vereinen – die politische und die spirituelle, das heißt die geistige Denkweise –, um auf die Synthese hinzuweisen, die den heute weltweit zu beobachtenden politischen, sozialen, wirtschaftlichen und geistigen Veränderungen zugrunde liegt.
Share International vertritt die Ansicht, daß alles, was das Leben der Menschheit verbessert, immer eine spirituelle Qualität hat, sei es auf physischer, mentaler oder "spiritueller", das heißt geistiger Ebene.
Warum geht Maitreya mit den Millionen Demonstranten mit, die ihre Politiker zum Handeln aufrufen, um Krieg und Ungerechtigkeit zu beenden? Die geistige Krise, die wir alle auf schmerzhafte Weise durchmachen, konzentriert sich heute im politischen und wirtschaftlichen Bereich. Nur auf diesen Gebieten kann sie gelöst werden und den Weg für richtige mitmenschliche Beziehungen öffnen.


F. Was denken Sie und Ihr Meister über die Ermordung von Scheich Jassin, dem geistigen Oberhaupt der Hamas? Welche Konsequenzen hat die Welt zu erwarten?

A. Das war Terrorismus in seiner krassesten, fahrlässigsten und rücksichtslosesten Form und beweist Scharons Verachtung und Ablehnung des Friedensprozesses. Das wird den Nahen Osten nur noch mehr aufbringen und den Kampf um Gerechtigkeit für das palästinensische Volk verlängern.

F. Scharon behauptet, daß er einige der israelischen Siedlungen aufgeben will. Ist das eine Finte? Was steckt dahinter?

A. Ich fürchte, Scharons Erklärungen haben keinen Wert im Kontext seiner Aktionen gegen die Rechte des palästinensischen Volkes. Er hat nicht die Absicht, Gebiete abzugeben.

F. Die Geschichte hat gezeigt, daß Weltreiche sich übernehmen und meist allzusehr damit beschäftigt sind, an zu vielen Fronten gegen reale, imaginäre oder erfundene Feinde zu kämpfen. (1) Hat für das amerikanische "Imperium" die letzte Phase begonnen? (2) Was kann Amerika zur Vernunft bringen?

A. (1) Ja. (2) Ein tiefgreifender wirtschaftlicher Zusammenbruch.

F. Täglich mehren sich die Beweise, daß die USA durch Behörden wie die CIA andere Länder unter Druck setzen und deren Souveränität verletzen, indem sie beispielsweise Wahlen zu ihrem Vorteil manipulieren. (1) War das immer schon üblich, und kommt die Korruption jetzt ans Licht, wie Maitreya es voraus gesagt hat? Oder (2) hat die gegenwärtige US-Administration der politischen Korruption eine neue Dimension verliehen?

A. Die Vereinigten Staaten sind ein junges Land und werden in ihrer Persönlichkeit von den niederen Aspekten des sechsten Strahls regiert, des Strahls des Idealismus und der Hingabe. Folglich leidet es an all den Untugenden dieses Strahls: Hingabe an die eigenen Interessen, Mißtrauen gegenüber den Motiven anderer, Kampfbereitschaft und Selbstbehauptungswille, Selbsttäuschung über die eigenen Motive und so weiter. Auf diese Weise sind seine schikanösen Taktiken tief in ihm verwurzelt und anhaltend. Seine Bewohner und Regierungen glauben, daß sie der Welt Freiheit und Gerechtigkeit bringen, während sie tatsächlich nur ihren eigenen Interessen dienen. Diese Art der Selbsttäuschung ist eines der Hauptmerkmale dieses Strahls. Diese politische Korruption gab es daher immer schon. Die derzeitige Administration hat ihr, unter der Führung fundamentalistischer Extremisten, lediglich eine neue Dimension hinzugefügt. Wie Meister Djwhal Khul durch Alice Bailey schrieb, wartet die Welt darauf, daß die Strahl-2-Seele Amerikas sich bemerkbar macht, so wie sie es nach dem zweiten Weltkrieg mit dem Marshall-Plan getan hat.



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