FAKTEN UND PROGNOSEN


Kurz zusammengefaßt:

Patricia Pitchon: "Globalisierung in einem ethischen und sozialen Vakuum"

Patricia Pitchon untersucht in ihrem Artikel umfassend und detailliert, wie sich die Politik von dem Szenarium eines zunehmenden Zugangs- und Kontrollverlusts gegenüber transnationalen Unternehmen, Kapitalgesellschaften und großen Institutionen abwendet.
Elementare Dienstleistungen wie etwa die Wasserversorgung gelangten in die Hände von Konzernen, die deren Privatisierung antrieben und deren Versorgungsbetriebe übernehmen. Daher "müssen Politiker tiefgreifende Reformen durchführen, um ein besseres Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Menschen und den im wesentlichen gewinnorientierten Interessen der Konzerne zu erreichen. Dabei haben sie wenig zu befürchten, denn die Menschen werden sie unterstützen."
Desweiteren beleuchtet die Autorin die Ungerechtigkeiten, die den sogenannten Freihandelsregelungen immanent seien und zweifellos die Entwicklungsländer benachteiligten. Es gehe hier um Vorherrschaft, was den Schluß zuließe, daß der Handel gegenwärtig derart verzerrt werde, daß er einem "Krieg mit anderen Mitteln – einem 'kommerziellen Weg' zur Wiedereinführung der Kolonien" gleichkomme.

In die Kritik kommen auch Organisationen wie die Welthandelsorganisation und der Internationalen Währungsfonds, die US-Handelspolitik sowie das internationale Wirtschaftssystem im Zusammenhang mit der Schuldenlast der Dritten Welt, und das aktuelle Thema der Schuldenrückzahlung wird erörtert.

Abschließend kommt Frau Pitchon auf den Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation Eine faire Globalisierung: Die Rolle der ILO zu sprechen, aus dem sie zitiert: "Die Globalisierung muß auf der Basis von universell anerkannten Werten und Respekt für die Menschenrechte gemanagt werden. Die Globalisierung hat sich in einem ethischen Vakuum entwickelt, in dem der Erfolg oder Mißerfolg des Marktes zum obersten Gradmesser wurde und wo die Einstellung 'der Gewinner bekommt alles' den Zusammenhalt von Kommunen und Gesellschaften schwächt."

Der Artikel ist im Share-International-Magazin, April 2005, erschienen.




top