Fragen und Antworten


F. Viele Libanesen sind zur Zeit von ihrer sogenannten "Zedern-Revolution" begeistert, die ganz nach einem weiteren Beispiel für die Macht des Volkes aussieht. Die Situation scheint sehr komplex zu sein, da Israel und die USA, Syrien, die Hisbollah und wahrscheinlich noch andere hier ihre Interessen verfolgen. (1) Welche Lösung sehen Sie da? (2) Wer ermordete Rafiq al-Hariri?

A. Die Krise im Libanon ist nicht nur komplex, sondern auch manipuliert. Die "Zedern-Revolution" ist wirklich ein weiteres Beispiel für die "Macht des Volkes", das damit auf die Ereignisse Einfluß nimmt. Aber die syrisch-libanesische Wirklichkeit sollte nicht allzu vereinfacht gesehen werden.
Die gegenwärtige US-Regierung versucht, Syrien massiv unter Druck zu setzen, und nach meiner Information wurde Rafiq al-Hariri von der CIA ermordet, um dadurch die Forderung nach einem syrischen Truppenabzug aus dem Libanon auszulösen, weil sich damit das Gerücht verbreiten ließ, daß er von Syrien ermordet wurde – trotz der Tatsache, daß dieser Mord gar nicht im Interesse Syriens läge.
Zwischen den beiden Nachbarn besteht schon seit langem eine gegenseitige Abhängigkeit: Der Libanon braucht Syrien als Schutz gegen eine weitere israelische Invasion und als großen, offenen Markt für seinen Export; Syrien braucht die modernen Finanzeinrichtungen des Libanon für das Auslandsgeschäft. Es ist eine natürliche, einvernehmliche gegenseitige Abhängigkeit, die verständlicherweise jetzt durch die jüngsten Ereignisse bedroht ist. Man sollte wissen, daß Syrien keinerlei Massenvernichtungswaffen besitzt. Aber es unterstützt die Hisbollah und sieht diese als legitime arabische Kraft, die den armen, unterdrückten palästinensischen Brüdern gegen das aggressive israelische Regime zu Hilfe kommt.

F. Hat Israel etwas mit dem Mord an Rafiq al-Hariri, dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Libanon, zu tun?

A. Es war nicht an der Tat beteiligt, wußte aber im voraus davon. Nach meiner Information geht der Mord auf das Konto der CIA.

F. Israel beschuldigt jetzt Syrien für einen Angriff in Tel Aviv. Ist das Opportunismus, um Syrien zum Sündenbock zu machen und einen Vorwand für einen möglichen späteren Angriff auf Syrien zu finden?

A. Ja.

F. War der Tod des italienischen Geheimdienstagenten Nicola Calipare, der die italienische Journalistin Giuliana Sgrena nach ihrer Freilassung im Irak begleitete, ein Unfall, oder war er geplant? Wenn er geplant war, was war der Grund, und wer steckt dahinter?
Giuliana Sgrena ist Reporterin bei Il Manifesto, einer sehr linksgerichteten, kommunistischen italienischen Tageszeitung. Man kann davon ausgehen, daß die US-Behörden in Bagdad von den Artikeln, die sie nach Italien schickte, nicht besonders angetan waren, vor allem nicht von ihrem letzten Bericht über den Mißbrauch der Gefangenen im Abu-Ghraib-Gefängnis. Die Soldaten an den US-Kontrollpunkten hatten Anweisung, sie nicht aus Bagdad herauszulassen, was sie auf sehr extreme Weise interpretierten. Sie hatte das Glück, mit dem Leben davon zu kommen, weil sie von Signor Calipari beschützt wurde, der dabei leider getötet wurde.

F. Wenn Maitreya vorhat, bei nächstmöglicher Gelegenheit im Fernsehen aufzutreten, stellt sich uns die Frage, auf welches Thema sich die Gruppen auf Messen, bei Vorträgen und in ihrem Informationsmaterial am besten konzentrieren sollten. Vermutlich legt Maitreya die Betonung auf das Teilen als einzig dauerhafte Lösung für Ungerechtigkeit und Terrorismus. Wenn das stimmt, würden Sie uns empfehlen, daß wir Maitreyas soziale Anliegen hervorheben – vor allem das Teilen als Schlüssel zur Lösung des Problems?

A. Ja, und die Dringlichkeit, diese Informationen überall bekannt zu machen.

F. Ich habe eine Frage zu der Kampagne "Make Poverty History" [Schluß mit der Armut], die von einer sehr großen Koalition von Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen veranstaltet wird, die das erreichen wollen. Sie besteht aus sehr unterschiedlichen Leuten und ist sehr breit angelegt. Hat sie Ihrer Ansicht nach das Potential, wirklich etwas in Bewegung zu setzen – im Sinne einer Demonstration des Volkes?

A. "Make Poverty History" ist ein weiteres Beispiel für die "Stimmen des Volkes", die auf der ganzen Welt lauter werden, sich weltweit über das Internet und andere Kommunikationsformen, die zuvor nicht möglich waren, zusammenschließen, damit ihr Ruf nach Gerechtigkeit stärker, deutlicher und effektiver werden kann. Alle diese Ansätze sind hilfreich als Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel, und jeder Schritt in diese Richtung macht es Maitreya schneller möglich, öffentlich am täglichen Geschehen teilzunehmen.

F. Ist dieses Jahr [2005] für Großbritannien von besonderer Bedeutung, weil es Gastgeber der G-8-Treffen ist und den Vorsitz in der EU hat?

A. Ich hoffe, 2005 wird ein ganz besonderes Jahr. Es wird insofern bedeutsam sein, als es auf 2004 folgt, das zwar in mancher Hinsicht eines der schwächeren Jahre war, in dem aber in einem großen Schritt nach vorn sehr vieles in Gang gesetzt wurde, das 2005 erst wirklich deutlich wird. Die "Stimme des Volkes" gewinnt genauso an Bedeutung wie das Geschick der Gruppen, die sich engagieren und an der "Stimme des Volkes" beteiligt sind. Es ist vor allen Dingen ihre Stimme. Den Gruppen gelingt es immer besser, zusammenzuarbeiten und neue Kontakte und Aktionsmöglichkeiten zu entwickeln. Da diese Dynamik zunimmt, wird sehr bald etwas wirklich Außerordentliches geschehen, das alle Erwartungen übertrifft, aber zunächst einmal alle überraschen wird, da die Menschen im großen und ganzen angesichts der vielen der negativen Stimmen das Gute nicht erwarten.

F. Warum spricht niemand die Ursachen des Terrorismus an?

A. Weil die Ursache nicht verstanden wird. Mich überrascht das nicht, denn es ist eine sehr differenzierte Sichtweise, hinter allem, selbst hinter dem Terrorismus eine Ursache zu erkennen. Die Menschen haben eine panische Angst vor dem Terrorismus, vor allem in den USA nach den Anschlägen am 11. September auf das World Trade Center. Psychologisch gesehen, sind die Amerikaner bis ins Mark erschüttert. Dies hat das Denken und Fühlen in Amerika mehr beeinflußt als jedes anderes Ereignis seit dem Weltkrieg. Es ist, als ob etwas Grauenhaftes, ganz und gar Unerträgliches, ein Affront gegen ihre Vormachtstellung, ihre Unbesiegbarkeit stattgefunden hätte, statt daß man sagt: "Das war ein Terroranschlag, wir müssen also unsere Verteidigung gegen den Terrorismus ausbauen", und zum Tagesgeschehen übergeht. Nicht Rache an den Menschen in Afghanistan üben, die nicht alle Terroristen sind; nicht gegen die Menschen im Irak kämpfen, die keine Terroristen sind und seit einem Jahrzehnt niemanden überfallen haben (und zuvor haben sie ihre Nachbarn und nicht Amerika angegriffen).
Daß Terrorismus eine Ursache hat, ist für die Menschen schwer zu verstehen. Er hängt mit der weltweiten Ungerechtigkeit zusammen. Das ist vor allem für Amerika, aber auch für die Menschen anderer Nationen eine schwer verständliche Vorstellung – der Gedanke, daß Gerechtigkeit ebenso wichtig ist wie Freiheit.

F. Erreicht Maitreyas Botschaft auch Afrika?

A. Maitreya lebt in verschiedenen Hindutempeln in London. Er besucht zwar auch Moscheen und Kirchen, lebt aber in Tempeln – einige Jahre in einem und einige Jahre in einem anderen Tempel. Während er sich dort aufhält, unterrichtet er die Swamis, teilt ihnen seine Ideen für eine weltweite Transformation mit und schickt sie dann hinaus in die Welt, um die Menschen an ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen und seine Lehren weiterzugeben. Die Lehren Maitreyas werden von vielen Swamis verbreitet, gebildeten, intelligenten Männern, die aus der Hindutradition kommen.
Swami Nirliptananda beispielsweise hat eine Serie von Artikeln für Share International geschrieben. Er ist der oberste Swami eines Tempels, in dem Maitreya einige Jahre gelebt hat. Viele gehen nach Asien und in einige Gegenden in Afrika, wo es hinduistische Gemeinschaften gibt, die in ihren Tempeln Swamis brauchen.



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