Weltweite Demonstrationen für UN-Entwicklungsziele
Am 7. Juli 2007 haben Demonstranten in mehr als 40 Ländern Kundgebungen
und Sit-ins veranstaltet, um darauf aufmerksam zu machen, dass zur Erfüllung
der Millenniumsentwicklungsziele noch viel zu wenig getan wird. Diese
bestehen aus einem Bündel von Zielen, die die internationale Gemeinschaft
im Jahre 2000 aufgestellt hatte, um bis 2015 die Armut, den Analphabetismus,
Pandemien und die Umweltzerstörung zu reduzieren.
Auf den weltweiten Demonstrationen wurden die Regierungen aufgefordert,
sofort zu handeln. "Wir hören ständig, dass sich das
Wirtschaftswachstum in Afrika verbessert, aber in Wirklichkeit nimmt
die Armut dort zu", meinte Christophe Zoungrana von der weltweiten
Aktion gegen Armut GCAP, einer Allianz von Organisationen, die sich
der Armutsbekämpfung verschrieben haben und die weltweiten Demonstrationen
organisiert hatten.
Laut GCAP und anderen Organisationen ist in erster Linie die Gruppe
der acht Industrieländer (G-8) für das Scheitern der Ziele
in vielen Teilen der Welt verantwortlich. "Sie trödeln mit
den Millenniumszielen herum, als hätten sie alle Zeit der Welt",
sagte der Rocksänger Bono, einer der führenden Bürgerrechtler
im Kampf gegen die globale Armut. "Die Ärmsten der Armen haben
aber nicht alle Zeit der Welt. Jeden Tag verlieren noch mehr Mütter
ihre Kinder durch Malaria oder Diarrhöe. Das ist Wahnsinn. Wir,
die Europäer und Amerikaner, leisten Hilfe, aber nicht genug, und
wir treiben Handel, aber zu unseren Bedingungen."
Laut UN-Generalsekretär Ban Ki-moon erfüllen die meisten Industrieländer
ihre international vereinbarten Hilfszusagen nicht: "Selbst vielen
sehr gut regierten Ländern ist es unmöglich, die Ziele zu
erreichen, weil die offiziellen Entwicklungshilfen seit 2004 nicht nennenswert
erhöht worden sind." Auf ihrem Jahrestreffen 2005 hätten
die G-8-Staaten gelobt, die Afrikahilfe bis 2010 zu verdoppeln, doch
konkret habe sich die gesamte offizielle Entwicklungshilfe von 2005
auf 2006 um 5,1 Prozent verringert. "Es ist unbedingt notwendig,
dass die Staatschefs sofort und konzertiert handeln."
Die Verantwortlichen des GCAP erklärten, sie würden hinsichtlich
der Millenniumsziele das ganze Jahr über weiterhin Druck auf die
Regierungen ausüben. Außerdem hätten sie vor, sich auch
an den von der UN-Millenniumskampagne organisierten "Stand-up-and-Speak-Out"-Aktionen
am 17. Oktober 2007 zu beteiligen.
(Quelle:
OneWorld.net, un.org/millenniumgoals)
Hunderttausende
Kolumbianer gegen Gewalt
In Kolumbien protestierten am 5. Juli 2007 Hunderttausende, vorwiegend
in weiß gekleidet, in der Hauptstadt Bogotá und anderen
großen Städten gegen den Mord an elf Parlamentsmitgliedern,
die von den Tätern, der radikal-marxistischen Guerillagruppe FARC
in Geiselhaft genommen worden waren. Mit Transparenten - "Nie wieder"
- forderten die Demonstranten das Ende der Gewalt und den Austausch
sämtlicher Geiseln gegen die von der Regierung inhaftierten FARC-Rebellen.
An den landesweiten Demonstrationen nahmen auch viele Verwaltungsbeamte
teil, die dafür einen Tag Sonderurlaub erhalten hatten.
(Quelle:
www.LeMonde.fr, Frankreich)