WEISE WORTE


Mit den Armen teilen
Vor kurzem hat der international beliebteste Staatsmann Nelson Mandela seinen 90. Geburtstag gefeiert. Seine Botschaft an seine Landsleute und die Welt war denkbar einfach: Die Reichen müssen den Armen helfen – mit den Armen teilen.
Er habe Glück, sagte er, dass ihm ein solch langes Leben beschieden sei. Aber wie immer dachte er vor allem an andere: “Wenn man arm ist, dann lebt man eher nicht sehr lange. In Südafrika gibt es viele reiche Leute, die ihren Reichtum mit jenen teilen können, die nicht soviel Glück haben und aus der Armut nicht herauskommen können.” Dann beschrieb er das Leid seiner Landsleute auf dem Land und in den Städten: “Die Armut hat unser Volk im Griff...”
Mandela war anlässlich eines Konzerts zur Feier seines Geburtstags nach London gereist. Mit dem Konzert, das im Hyde Park stattfand, wollten die Musiker nicht nur den Höhepunkt seines Lebens als Präsident von Südafrika feiern, sondern auch Spenden für seine HIV-Aids-Hilfsorganisation 46664 sammeln, die nach seiner Gefangenennummer auf Robben Island benannt wurde. Als Mandela auf die Bühne trat und sich an die 50 000 Besucher wandte, erinnerte er sie auch an das Free-Nelson-Mandela-Konzert im Wembley-Stadion vor 20 Jahren:
“Vor vielen Jahren fand ein historisches Konzert statt, mit dem Sie unsere Freiheit gefordert haben. Ihre Stimmen haben uns über das Meer hinweg erreicht und uns in unseren abgelegenen Gefängniszellen inspiriert. Heute Abend können wir hier vor Ihnen stehen – wir sind frei. Das feiern wir heute, aber wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Arbeit noch lange nicht zu Ende ist. Solange es noch Armut und Krankheiten, besonders auch Aids gibt, solange Menschen noch unterdrückt werden, gibt es noch sehr viel zu tun. Wir wollen uns für die Freiheit aller Menschen einsetzen.” Unter Applaus fuhr er fort: “Freunde und Zuschauer in aller Welt, bitte unterstützen Sie auch weiterhin unsere Kampagne 46664. Heute Abend, und nachdem ich schon fast 90 Jahre hinter mit habe, sagen wir: Es ist an der Zeit, dass andere diese schweren Aufgaben übernehmen. Das liegt nun in Ihren Händen. Ich danke Ihnen.”

Anmerkung: Wenige Wochen vor Mandelas Geburtstag wurde nach einem von Präsident Bush unterzeichneten Gesetz sein Name von einer potenziellen Terroristenliste in den USA gestrichen. Mandela und andere Mitglieder des African National Congress standen wegen ihres Kampfs gegen das Apartheidsregime in Südafrika auf dieser Liste. (Quellen: CourierPostOnline.com; AllAfrica.com; cbc.ca)

Israelische Stimmen gegen eine Bedrohung Irans
Mehr als 100 israelische Akademiker und Mitarbeiter von Friedensinitiativen haben in einer gemeinsamen Stellungnahme und Pressemitteilung Bedenken gegenüber angeblichen israelischen Plänen für einen Angriff auf den Iran geäußert.
Die Bürgerinitiative ist überzeugt, dass es “keine militärische, politische oder moralische Rechtfertigung für einen Krieg gegen den Iran” gebe. Umfassende Informationen deuteten daraufhin, “dass die israelische Regierung ernsthaft in Betracht zieht, den Iran anzugreifen, um seine Atomprojekte zu unterbinden”.
Die Bürgerinitiative richtet sich prinzipiell gegen den Einsatz und die Entwicklung von Atomwaffen und setzt sich für die Abschaffung sämtlicher Massenver- nichtungswaffen in der Region ein. Ihrer Ansicht nach werden die Spannungen, die zu einem weiteren Konflikt und Krieg eskalieren könnten, vor allem von der israelischen Regierungspolitik verursacht und durch die “damit verbundene Flut von Drohungen, denen mit Militärmanövern zusätzlich Nachdruck verliehen wird”.
Weiter heißt es in der Pressemitteilung: “Nach ernsthafter Überprüfung bekräftigen wir unseren Standpunkt, dass sämtliche Argumente für einen solchen Angriff jeglicher sicherheitspolitischen, politischen oder moralischen Rechtfertigung entbehren. Israel könnte sich damit auf ein seine Existenz bedrohendes Abenteuer einlassen, ohne sich je ernsthaft bemüht zu haben, die politischen und diplomatischen Alternativen zu einem bewaffneten Konflikt auszuschöpfen. Wir wissen nicht mit Gewissheit, ob es zu einem Angriff kommen wird, doch allein die Tatsache, dass dieser als eine akzeptable Option in Betracht gezogen wird, zwingt uns, vor den zerstörerischen Folgen eines Offensivschlags gegen den Iran zu warnen und zur Vorsicht zu mahnen.”
Zu den Koordinatoren der Gruppe gehören Prof. Gadi Algazi, Judy Blanc, Prof. Rachel Giora, Prof. Anat Matar, Prof. Adi Ophir, Prof. Yoav Peled, Reuven Kaminer, Prof. Haggai Ram, Prof. Yehuda Shenhav, Prof. Oren Yiftachel. (Quellen: Ad Hoc Group Against Israeli Attack on Iran, Press Release; Gush Shalom, Israel)

Grußbotschaft Seiner Heiligkeit des Dalai Lama zu den Olympischen Spielen
Zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking entbiete ich der Volksrepublik China, den Organisatoren sowie den Sportlern meine besten Grüße.
Ich habe von Beginn an, seit China sich beworben hat, die Austragung der Olympischen Spiele in Peking unterstützt. Es ist ein Augenblick großen Stolzes für die 1,3 Milliarden Chinesen. Diese Spiele sollen dazu beitragen, den Olympischen Geist von Freundschaft, Offenheit und Frieden zu fördern.
Mit meinen Gebeten und besten Wünschen für den Erfolg dieses Ereignisses.
Der Dalai Lama
06.08.2008
Office of His Holiness, the Dalai Lama, Dharamsala, India


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