Durchbruch bei der Energiegerechtigkeit

Interview mit Jeane Manning in Auszügen. Das vollständige Interview finden Sie in der Magazinausgabe von Share International, Januar/Februar 2010.
von Chester Ptasinski

1981 lernte die kanadische Autorin Jeane Manning ein Netzwerk von Erfindern, Ingenieuren und Wissenschaftlern kennen, die sich mit nichtkonventionellen Energiegeneratoren befassen, um die Versorgung mit sauberer Energie für die Menschheit sicherzustellen, die im Überfluss vorhanden sei. Seit 1986 ist Manning weit gereist, sie interviewte zahlreiche wichtige Personen auf diesem Gebiet und besuchte Energiekonferenzen über bahnbrechende Energiesysteme, die künftig Erdöl und Atomreaktoren ersetzen könnten.
Die Bücher der preisgekrönten Autorin sind in sechs Sprachen erhältlich. Das jüngste davon, Breakthrough Power: How Quantum-Leap New Energy Inventions can Transform Our World (deutsch: "Revolutionärer Durchbruch: Wie Quantensprungerfindungen auf dem Gebiet neuer Energien unsere Welt transformieren können"), das sie gemeinsam mit dem Arbeitswirtschaftler Joel Garbon geschrieben hat, ist 2009 mit der Silbermedaille des internationalen Independent-Publisher-Wettbewerbs "Outstanding Book of the Year" ausgezeichnet worden. Für Share International sprach Chester Ptasinski mit Jeane Manning.

Share International: Mit dem Untertitel Ihres neuen Buches spannen Sie einen weiten Bogen. Was meinen Sie mit: "Wie Quantensprungerfindungen auf dem Gebiet neuer Energien unsere Welt transformieren können"?
Jeane Manning: Mit dem Untertitel sind die Folgen bahnbrechender Erfindungen zur Energieumwandlung gemeint - für die Menschen, die Ökosysteme und die Wirtschaft. Damit werden weitreichende Veränderungen möglich. Der Untertitel bezieht sich also auf Transformationen in sozialer, wirtschaftlicher, kultureller, finanzieller wie auch ökologischer Hinsicht.
Transformation bedeutet in diesem Kontext Demokratisierung von kreativer wissenschaftlicher Forschung. Heute herrscht Energieapartheid auf der Welt. Während sich die Begüterten Energie für ihre Elektronik, Geräte, Häuser, Gewächshäuser und Arbeitsplätze leisten und sich ohne weiteres Treibstoff für ihre Transportmittel kaufen können, haben die Habenichtse zu Treibstoff und zuverlässiger Stromversorgung keinen Zugang oder können sich diese nicht leisten.
Diese Ungleichheit lässt sich jedoch beseitigen, wenn wir auf radikal neuartige Energiequellen umschwenken. Technische Experimente zeigen, dass wir durchaus die Möglichkeit hätten, die uns umgebende Hintergrundenergie oder andere Energiequellen anzuzapfen, um an kostengünstige, saubere Energien zu kommen, die im Überfluss vorhanden sind. Diese Möglichkeiten öffnen neuen Energiesystemen, die allen zur Verfügung stehen, die Tür.
Zudem kann die neue Wissenschaft der neuen Energie und neuen Antriebstechnologien auch auf anderen Gebieten wie etwa Architektur und Gesundheit angewandt werden. Das Verständnis der Hintergrundenergie des Universums wird uns in ungeahnte Wissensbereiche vordringen lassen.

SI: Ihr Buch beginnt ganz nüchtern im Hier und Jetzt - bleiben wir also dabei. Was bedeutet "neue Energie"?
JM: Wenn mein Koautor und unsere Kollegen diesen Begriff zur Beschreibung einer Erfindung oder eines Forschungsgebiets verwenden, dann meinen sie damit einen Sprung nach vorne, der zu einem neuen Verständnis darüber führt, wie sich eine saubere Energiequelle anzapfen lässt - meist handelt es sich dabei um eine bislang noch unbekannte Quelle.
Die Interessengruppe New Energy Movement (Neue-Energie-Bewegung) definiert "neue Energie" als eine Kategorie innovativer und supereffizienter, billiger, sauberer, dezentraler Energiesysteme, zu der auch verschiedene Quantensprungerfindungen auf dem Gebiet der neuen Energien gehören. Sie haben das Potenzial, die heutigen umweltschädlichen Energietechnologien zu ersetzen und die Erde wieder in Ordnung zu bringen. Neue-Energie-Systeme sind praktikabel und können mit einem relativ kleinen Forschungs- und Entwicklungsbudget entwickelt werden, sie werden aber meist noch nicht von der konventionellen Wissenschaft und deren Gefolgsleuten in den Medien anerkannt.
Neue Energie hat nichts mit den schrittweisen Verbesserungen von bereits bestehenden Technologien zu tun. Uns geht es nicht um Solarzellen, Windturbinen oder Geothermie - gleichwohl unterstützen wir aber auch deren Anwendung. Ebensowenig geht es uns nicht um die Standardtechnologien des Brennstoffzellensektors. Verglichen mit dem Potential der Neue-Energie-Alternativen, die über den bekannten Tellerrand hinausgehen, sind die Alternativen zu den Standardenergien teuer, haben nur zeitweiligen Charakter oder sind schwerfällig.
Die Neue-Energie-Bewegung befindet sich nicht auf einer Linie mit den PR-Anzeigen der [Energie-] Wirtschaft, die den Ausbau der Atomenergie als sauber oder neu darstellt. Das ist unehrliche Propaganda, und es treibt mich die Wände hoch, wenn die Kernspaltung als saubere Energietechnologie verkauft wird. Für das Problem der Atommüllentsorgung gibt es noch immer keine Lösung. Der Bau von Atomkraftwerken ist teuer, und es kommen Technologien zum Einsatz, die noch aus dem 19. Jahrhundert stammen: Die Turbinen werden mit Dampf angetrieben, der seinerseits mit [fossilen] Brennstoffen erzeugt wird. Nichts Neues also.
Wir haben inzwischen die Möglichkeit, einen Weg ohne diese Brennstoffe einzuschlagen. Dafür liefert eine ganze Reihe von sauberen Ansätzen, die originellem Denken und Experimentieren entsprungen sind, mit funktionierenden Prototypen schlagkräftige Beweise. Die besten Ansätze befinden sich mit der Natur im Einklang. Leider siecht aber ein Großteil der Forschung in Laboratorien dahin, denen es an Finanzmitteln fehlt.

SI: Können Sie einige Beispiele nennen?
JM: Von den vielen Innovationen, über die wir schreiben, möchte ich der Einfachheit halber nur einige nennen:
- Energiewandler, die Magnetfelder auf neuartige Weise beeinflussen, um Elektrizität zu erzeugen,
- Kristallwandler, die ohne bewegliche Teile oder Batterien Hintergrundenergie in Elektrizität umwandeln,
- Erfindungen mit Wasser als Brennstoff, die Wassermoleküle zum Schwingen bringen; beim Einsatz dieser Geräte wird hocheffizient Wasserstoff und damit auch Energie freigesetzt,
- Durchbrüche bei der Kalten Fusion, inzwischen als niedrigenergetische Kernreaktionen bekannt,
- Solid-State-Geräte, das heißt ohne bewegliche Teile, in denen die elektrischen Schaltkreise und Materialien mit der kosmischen Hintergrundenergie schwingen,
- Sonofusion, die mit Klangfrequenzen winzige Blasen erzeugt, die dann implodieren und einen Überschuss an Energie freisetzen.
- Verwirbelungstechnologien, die mit natürlichen Bewegungsvorgängen arbeiten, statt diesen entgegen.

SI: Gilt die Kalte Fusion inzwischen nicht als "Junk Science"?
JM: Die Kategorie der sogenannten Tabletop-Experimente, die vor 20 Jahren mit "Kalte Fusion" bezeichnet wurden, mag zwar etwas anderes als die Standardkernfusion sein, es handelt sich hier aber keineswegs um "Junk Science".
Egal, wie diese Experimente bezeichnet werden, sie werden international erfolgreich wiederholt und können damit als wissenschaftlich gelten. Die Desinformationskampagne ist aber leider erfolgreicher. Daher: Ja, die Kalte Fusion wird vom Physikestablishment, den Vertretern der heißen Fusion, abgelehnt, die mit den Millionen von Dollar rechnen können, die sie für ihre Arbeit an den teuren Teilchenbeschleunigern erhalten. Diese Ablehnung ist ziemlich vorschnell, weil diese Physiker einfach davon ausgehen, dass die Fusion in einem Palladiummetallgitter genauso abläuft und Radioaktivität freigibt wie die Fusion im heißen Plasma ihrer Beschleuniger.
Aber es gibt beharrliche Wissenschaftler, die die Forschung an der Kalten Fusion fortsetzen. Die fortgeschrittensten Programme gibt es in Japan, Israel und Italien, aber auch Russland, China, Frankreich, Südkorea und Indien geben dafür Geld aus. Im Gegensatz zur Forschung mit den riesigen Teilchenbeschleunigern kann die Kalte-Fusions-Forschung durchaus mit Erfolgen aufwarten, unter anderem mit der Erzeugung von richtiger Überschussenergie. Das ist schon ein ziemlicher Unterschied.
Bei einigen dieser Experimente erfolgt eine Elementumwandlung. Das lässt sich vielleicht für die Neutralisierung von Atommüll verwenden. Allerdings wissen wir nicht, wie kosteneffizient dieses Verfahren wäre, weil es bislang noch kein Neue-Energie-Wissenschaftler geschafft hat, Geld für die Fortsetzung dieser Forschung zu bekommen. Die maßgeblichen Interessenträger haben sich auf das Einschmelzen des Atommülls in Glas oder auf andere herkömmliche Entsorgungsmethoden festgelegt.

SI: Sie haben eben eine ganze Reihe von Forschungsansätzen auf diesem Gebiet angedeutet, und in Ihrem neuen Buch nennen Sie noch mehr. Gibt es etwas, was diese verschiedenen Erfindungen verbindet?
JM: Sie gehören alle zu einem aufregenden, kreativen Gebiet, für das die Zeit nun reif ist. Vielen dieser Erfindungen liegt eine neuartige Wissenschaft zugrunde, die im Gegensatz zu der materialistisch-reduktionistischen Wissenschaft evolutionsorientiert ist. Wir betrachten sie als eine Wissenschaft, die sich mit einem "höheren Denken" befasst. Zu vielen dieser neuen Ansätze gehört auch die Erforschung der Frage, wie das Universum eigentlich "funktioniert". Beispiele hierfür sind die Arbeit von Nassim Haramein, die man sich auf www.TheResonanceProject.org ansehen kann, und die Wiederentdeckung von Konzepten von früheren Denkern wie Dr. Walter Russell und John Worrell Keely*, der mit seiner Physik der "mitfühlenden Vibrationen" seiner Zeit vielleicht um 200 Jahre voraus war.
Am Ende wird man die Energierevolution als einen Bestandteil einer Bewusstseinsrevolution betrachten. Das alte Paradigma lautet Wettbewerb und der Glaube an knappe Energieressourcen. Das neue Paradigma lautet Kooperation. Bei der neuen Weltsicht wird es darum gehen, die Waffen niederzulegen, das heißt, dass physische Auseinandersetzungen ein Ende haben. Das könnte die größte Revolution des menschlichen Bewusstseins aller Zeiten sein: weg vom Krieg und hin zur Mitmenschlichkeit.

SI: Wie könnte das geschehen?
JM: Ich hoffe, dass das Verständnis der unglaublichen Vernetztheit allen Lebens durch die Enthüllungen der neuen Wissenschaft zur Basis für ein neues Kapitel in der menschlichen Geschichte werden wird.
Energie im Überfluss kann ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung einer höheren Zivilisation sein. Sie ist zwar kein Allheilmittel, aber sie wirkt als Hebelkraft und schafft zugleich Ausgleich und wird zur rechten Zeit zur Verfügung stehen.

SI: Eine höhere Zivilisation - auf der Erde?
JM: Klingt das in Zeiten zunehmender Gewalt zu idealistisch? Betrachten Sie es mal so: Wir erleben gerade rasante Veränderungen, und wenn etwas in Bewegung ist, hat man auch die Möglichkeit, die Richtung zu ändern. Ein stehendes Auto lässt sich ohne Kraftanwendung nicht in eine andere Richtung drehen, fährt es dagegen schnell, reicht es schon, einmal am Lenkrad zu ziehen, und schon bewegt es sich auf ein völlig anderes Ziel zu.

SI: In der Quantenphysik geht es um die sogenannte "Nullpunktenergie". Ist das eine Grundlage für die Energierevolution?
JM: Manche Experimente mit der Nullpunktenergie befassen sich mit der sogenannten Casimir-Kraft: Diese zieht Objekte in sehr geringen Abstand - milliardstel Meter - zusammen. Aber solch winzige Maschinen werden kaum die Überzeugungskraft haben, die Neue-Energie-Revolution zu unterstützen.
Das gängige Verständnis der Nullpunktenergie beschränkt sich gewöhnlich auf so etwas wie "eine Schwingungsenergie, die Moleküle noch bei einer Temperatur auf dem absoluten Nullpunkt beibehalten". Das inspiriert nicht gerade, dieses Atomzittern - und diese Definition erklärt nicht die unbekannte Quelle, aus der in manchen Versuchsapparaten zusätzliche Energie fließt. Vielleicht deutet die Nullpunktenergie nur auf etwas Größeres hin: ein ursprüngliches und sehr starkes Feld, das der physischen Realität zugrunde liegt. [...]

SI: Können Sie abschließend noch etwas über diesen "größeren Zusammenhang" sagen?
JM: Ich habe hinreichend Beweise dafür gesehen, dass die Menschheitsfamilie danach strebt, mehr zu sein als das, was sie jetzt darstellt. Und jeder, der sich auf eine Quelle der Inspiration einlässt, weiß intuitiv, dass auf der Erde eine höhere Zivilisation möglich ist. Ich gehe davon aus, dass dann "Energiegerechtigkeit" den Anfang macht: dass überall den Menschen Wärme und Kühlung, Bewässerung, sauberes Trinkwasser, Kommunikationstechnologien, Bildungsmöglichkeiten preisgünstig zur Verfügung steht.
Energie im Überfluss und Chancengleichheit können dazu führen, dass die Welt friedlicher wird. Unter diesen Voraussetzungen wird es mehr Zeit für Muße geben, die zu einem Kreativitätsschub in Kunst und Wissenschaft führen kann. Es können ganz neue Studienfächer entstehen, zu deren Lehrplan das Wissen über die feinen Energien und das Leben in Harmonie mit der Natur gehören wird.
Die Architektur kann eine Transformation durch neue Materialien erfahren, die aus der Forschung über Wasserstoff (fractional hydrogen) hervorgehen. Städte werden zu ästhetisch ansprechenden Kulturzentren mit ruhigen Straßen - keine lärmenden Spritfresser mehr - und hohen, lichtdurchlässigen Gebäuden. Mit der neuen Technologie kann überschüssige Wärme in elektrischen Strom und Kühlung umwandelt werden. Und umgekehrt muss niemand mehr in seiner kalten Wohnung frösteln.
Wenn wir dadurch von dem Kampf ums Überleben verschont blieben, könnte das uns geplagten Menschen die Chance bieten, herauszufinden, wer wir eigentlich sind: ein erfreulicher lebenslanger Prozess.

* Anmerkung des Interviewers: Die okkulte Bedeutung von Keelys Arbeit hat Helena Blavatsky im 1888 erschienenen ersten Band der Geheimlehre diskutiert.

 



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