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Internationale Zeitungen fordern Maßnahmen gegen Klimawandel Kurz
vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 haben sich 56
Zeitungen aus 45 Ländern zu dem ungewöhnlichen Schritt entschlossen,
in einem gemeinsamen Leitartikel drastische globale Maßnahmen gegen den
Klimawandel zu fordern. "Der Anlass", heißt es darin einleitend,
"ist eine Katastrophe von ungeheurem Ausmaß, die die Menschheit bedroht." Verfasst
haben den Artikel, der in 20 Sprachen erschienen ist, die Herausgeber von über
20 an der Aktion beteiligten Zeitungen. "Wenn wir nicht vereint und entschlossen
handeln, wird der Klimawandel unseren Planeten zerstören und damit auch unser
Wohl und unsere Sicherheit." Der Artikel fordert, dass hinsichtlich der
zu treffenden globalen Maßnahmen alle Länder fair veranlagt werden,
insbesondere die Entwicklungsländer: "Die soziale Gerechtigkeit verlangt,
dass die Industriestaaten tief in die eigene Tasche greifen und den armen Ländern
Geld zusichern, damit diese sich an den Klimawandel anpassen und saubere Technologien
einführen können, die es ihnen ermöglicht, auch ohne Steigerungen
der Emissionen wirtschaftlich zu wachsen. Die Architektur des Vertrags muss genau
definiert sein: strenge multilaterale Überwachung, faire Belohnungen für
den Schutz der Wälder und eine glaubwürdige Veranlagung der exportierten
Emissionen', damit die Lasten gerechter auf die Produzenten und Konsumenten von
umweltverschmutzenden Produkten verteilt werden können. Die Fairness gebietet
es auch, dass einem Industrieland nur eine Belastung zugemutet werden kann, die
es auch tragen kann: So sollte beispielsweise ein jüngeres EU-Mitglied -
die meisten dieser Länder sind um einiges ärmer als das alte Europa'
- nicht mehr bezahlen müssen als die reichen Mitgliedsstaaten. Der Umwandlungsprozess
wird teuer werden, aber um ein Vielfaches geringer zu Buche schlagen als die Rettung
des globalen Finanzsystems - und weitaus billiger sein als das, was auf uns zukommen
würde, wenn nichts geschieht. Vor allem in den Industrieländern werden
viele ihren Lebensstil ändern müssen. Die Zeiten, wo ein Flug weniger
kostet als die Taxifahrt zum Flughafen, werden bald vorbei sein. Wir werden intelligenter
einkaufen, essen und reisen müssen. Wir werden mehr für unseren Energieverbrauch
bezahlen und weniger Energie verbrauchen müssen." Der Artikel schließt
mit einem Aufruf zum Handeln: "Um unsere von CO2 geprägten Lebensgewohnheiten
in wenigen Jahrzehnten aufzugeben, wird es beispielloser Meisterleistungen der
Ingenieurskunst und außergewöhnlicher Innovationen bedürfen. Und
während die bemannte Mondlandung und die Kernspaltung aus Konflikten und
Wettbewerbsinteressen hervorgegangen sind, muss sie dieses Vorhaben zu unser aller
Rettung in einer gemeinsamen Anstrengung bewältigen. Die Bewältigung
des Klimawandels wird ein Triumph des Optimismus über den Pessimismus, der
Weitsicht über die Kurzsichtigkeit - oder mit den Worten Abraham Lincolns:
ein Triumph der besseren Engel unserer Natur' sein. In diesem Geist haben
wir, die 56 Zeitungen, uns zu diesem gemeinsamen Leitartikel entschlossen. Wenn
wir, die wir sehr verschiedene nationale und politische Standpunkte vertreten,
uns darauf einigen konnten, was zu geschehen hat, so können es unsere Regierungen
auch. Es liegt in der Macht der Politiker in Kopenhagen, zu bestimmen, welches
Urteil einmal über unsere Generation gefällt werden wird: eine Generation,
die die Herausforderung erkannt hat und an ihr gewachsen ist, oder eine Generation,
die die Katastrophe hat kommen sehen und so dumm war, sie nicht zu verhindern.
Wir appellieren an die Regierungen, die richtige Entscheidung zu treffen."
(Quelle: The Guardian, Großbritannien)
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